Bestandsdatenauskunft: Zahlen und Fakten

Die Bestandsdatenauskunft erlaubt es Behörden auf unsere Daten bei Telekommunikationsanbietern zuzugreifen. Dazu gehören Auskunft über den Inhaber einer IP-Adresse, PIN oder PUK beim Handy, Anschrift, Name und Adresse und noch viele weitere Daten. Eine Statistik der Bundesnetzagentur aus dem Jahresbericht 2011 zeigt wie groß das Ausmaß dieser Abfragen eigentlich ist. Die Zahlen beziehen sich auf die Abfrage von Name, Anschrift, Geburtsdatum, Rufnummer und E-Mail-Adresse.

(Bild: Jahresbericht Bundesnetzagentur 2011, S.112)

In den Jahren 2010 und 2011 haben Behörden jeweils 6 Millionen Mal eine Bestandsdatenabfrage getätigt. Deutschland hat eine Bevölkerung von 80 Millionen. Statistisch betrachtet ist also jeder Dreizehnte von behördlichen Anfragen betroffen. Zu Beginn der 90er Jahre, als noch kein automatisiertes Abrufverfahren existierte, erfolgten übrigens nur 30.000-40.000 Abfragen von Bestandsdaten pro Jahr.

Durch Etablierung einer elektronischen Schnittstelle und ohne Richtervorbehalt auch bei IP-Adressen ist nicht auszuschließen, dass diese Zahlen aufgrund der Neuregelung der Bestandsdatenauskunft steigen dürften. Hinzu kommen überzogene Zugriffsrechte des BKA und der Geheimdienste.

Wie häufig IP-Adressen und Passwörter heraus verlangt werden, wird statistisch nicht erfasst. Nach Angaben der Deutschen Telekom erteilte diese 2010 Auskunft über 40.000 Internetnutzer gegenüber Behörden. Der Anlass: Meist Betrug, Beleidigung und Datenspionage (Quelle).

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2 Kommentare zu Bestandsdatenauskunft: Zahlen und Fakten

  1. Tauscher sagt:

    Hallo,
    Tut mir leid, aber der 2. Absatz bedarf ein wenig Kritik.
    Es es ist fast(!) jeder zweite betroffen und
    ist 80 / 6 nicht 13,3 oder ist mein Rechner kaputt?!
    Gruß

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